PARADISE NOW (29.09.05)
Tuesday, 14 March 2006 (12:24:55) CET

Eingereicht von Tschaco

Start: 29.09.05


Genre: Drama

Originaltitel: Paradise Now

Darsteller: Kais Nashef, Ali Suliman, Lubna Azabal, Amer Hlehel, Hiam Abbass, Ashraf Barhoum, Mohammad Bustami, Mohammad Kosa, Ahmad Fares, Oliver Meidinger

Regisseur: Hany Abu-Assad / Deutschland/Frankreich/Niederlande 2005



Filmstart:29.09.05

Kurzinhalt:

Khaled (Ali Suliman) und Said (Kais Nashef) sind seit ihrer Kindheit gute Freunde. Jetzt hat man sie dazu bestimmt, sich als Selbstmordattentäter in Tel Aviv in die Luft zu sprengen. Die voraussichtlich letzte Nacht ihres Lebens dürfen sie noch einmal im Kreise Ihrer Familien verbringen. Selbstverständlich aber muss ihr Vorhaben streng geheim bleiben, so dass ihnen ein wirklicher Abschied von ihren Angehörigen verwehrt ist. Am nächsten Morgen werden sie an die Grenze gebracht. Die Bomben sind unsichtbar an ihren Körpern befestigt. Doch dann verläuft die Operation nicht wie geplant: Die beiden Freunde verlieren sich aus den Augen. Getrennt und ganz auf sich allein gestellt müssen sie ihr Schicksal meistern und für ihre Überzeugung einstehen...



Zustäztliche Info zum Film:

Kein Film hat Publikum und Presse auf der diesjährigen Berlinale mehr begeistert. Der bewegende Film des palästinensischen Regisseurs Hany Abu-Assad ("Rana's Wedding") lief im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspeiele Berlin und gewann den Publikumspreis sowie den Blauen Engel für den besten europäischen Film. Zudem erhielt der Film den Friedenspreis von Amnesty International.




Unser Fazit zum Film, ohne dabei zuviel zu verraten:

Sehr authentisch wirkendes Drama, der die zweite Intifada aus der Sicht zweier Palästinenser aus dem Lager Nablus zeigt. Obwohl die Israelis nur als Besatzer auftauchen, und deren Gründe mit keinem Wort erwähnt werden, ist der Film sicher kein Propagandastreifen, sondern vielmehr eine Momentaufnahme des jahrelangen Kleinkriegs in der besetzten Westbank. Die beiden Selbstmordbomber Khaled und Said sind auch keine frömmelnden Glaubensfanatiker, sondern erschreckend normal. Der Islam und sein Märtyrerkult ist zwar der unterliegende rote Faden der Handlung, aber die Routine und Kaltschnäuzigkeit mit der die (unbestimmte) Organisation die zwei vorbereitet, läßt einem schnell klar werden, daß es dabei nur noch um Vergeltung des jeweils letzten Gräuels geht. Nachdem der erste Versuch scheitert, bekommen die zwei Zeit zum Nachdenken, und ihre Entschlossenheit beginnt zu bröckeln.

Gut gemachtes, empfehlenswertes Drama, das die Situation bitter, aber bisweilen auch tragikomisch schildert. Man sollte sich aber auch einigermaßen für die Thematik interessieren, wer hier Action erwartet wird enttäuscht werden. Dafür wird man mit einigen erhellenden Bildern belohnt. Der Kontrast, wenn die Attentäter aus dem Ghetto von Nablus kommend durch die breiten, wie geleckt wirkenden Straßen Tel Avis fahren, die genauso gut in Miami stehen könnten, ist kaum zu überbieten und sagt mehr über die Ursachen dieses Konfliktes aus, als alles andere.

(thx to Phil)


Einige Impressionen:



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